Stellungnahme zum BJ-Expertenbericht vom 20.7.2017

Hintergrund des Expertenberichts ist die parlamentarische Initiative von Nationalrätin Daniela Schneeberger «KMU-taugliche Lösung sichern. Eingeschränkte Revision zum Schutz unserer KMU verwesentlichen». Im Auftrag des Bundesamts für Justiz (BJ) untersuchten zwei unabhängige Experten den gesetzgeberischen Handlungsbedarf und die europäische Entwicklung des allgemeinen Revisions- und Revisionsaufsichtsrechts. Aus Sicht von TREUHAND|SUISSE weist dieser Bericht drei Mängel auf.

- Praxis der RAB nicht berücksichtigt: Der Auftrag des BJ an die Experten ist unvollständig. Der Handlungsbedarf im Revisions- und Revisionsaufsichtsrecht lässt sich ohne die Untersuchung der allgemeinen Praxis, insbesondere jene der RAB, nur schwer eruieren.

- Nicht korrekte oder unbedeutende Prämissen: Insbesondere die Absichten der parlamentarischen Initiative Schneeberger werden im Bericht nicht korrekt wiedergegeben. Nicht-zutreffende Prämissen führen zu nicht aussagekräftigen Schlussfolgerungen.

- Ungenügende Abstützung und Repräsentativität des Berichts: Lediglich 14 Adressaten haben an der Umfrage teilgenommen. Die KMU – um die es bei der eingeschränkten Revision geht – sind unterrepräsentiert. Zudem ist nicht schlüssig, wie die Antworten gewichtet werden.

TREUHAND|SUISSE nimmt den Bericht als verpasste Chance wahr. Eine breite Abstützung sowie der Einbezug der Praxis der Revisionsaufsichtsbehörde hätte wertvolle und praxisnahe Hinweise zum Handlungsbedarf im Revisions- und Revisionsaufsichtsrecht liefern können.